„Mensch und Wasser“ – Glasbild in der „Volksschwimmhalle Dessau-Süd“
Ursprüngliche Nutzung
öffentliche Gebäude - Badehaus
öffentliche Gebäude - Sporteinrichtung
Herausforderungen
Erhaltung
Seitens des Denkmalschutzes sind besonders hohe Anforderungen zu erwarten, z. B. an Materialien, Oberflächengestaltung oder die zu verwendenden Bauteile.
Informationen
- Gebäudezustand
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mittlere Schäden
- Baulicher Zustand/Bauschäden
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- (gesamter Bau weist erhebliche Mängel auf) - Glasmosaik in Grundbestand unbeschädigt - Vereinzelte Schäden durch Wandmalerei und Rost - Werk durch Holzplatten verdeckt
- Kategorie
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bedrohtes Denkmal
- Objekt-Nr.
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735
- Ort
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Heidestraße 204, 06849 Dessau
- Beschreibung
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In Dessau-Roßlau-Süd, am westlichen Ende der Bauhaussiedlung Törten, befindet sich die ehemalige „Volksschwimmhalle“ vom Bautyp A Anklam. Auf dem 6.891 qm großen Grundstück (davon 1.656 qm bebaut) verläuft der Grundriss von 90 m x 18,5 m längst entlang der Grazer Straße, der Gebäudezugang befindet sich auf der gegenüberliegenden Nordseite und ist von der Heidestraße über einen gepflasterten Weg zu erreichen. Auf dieser schmalen, der Hauptverkehrsstraße zugewandten Ostseite erhebt sich in 6 Metern Höhe die denkmalgeschützte Betonglaswand. Will man von der Bahnhaltestelle den Eingang der Schwimmhalle erreichen, so ist eine Konfrontation mit dem 2 Meter hohen und über die ganze Breite der Ostfassade konzipierten Glasbild „Mensch und Wasser“ nicht zu vermeiden. Das Glasbild bringt mehrere Parallelen zu Glasfenstern in Sakralbauten: Zum einen erzielt man durch die Ost-Ausrichtung dank der Sonneneinstrahlung einen beeindruckenden Effekt bei den Schwimmenden (gerade vormittags besuchen die Schwimmhalle vor allem Schulklassen), zum anderen lassen sich in der Technik tief im Glasbau verankerte Traditionen erkennen. Reginald Richter, erfolgreicher Glasgestalter in der DDR, verwendet hierbei farbiges Dickglas in Betonarmierung, zwar in 18 Einzelsegmente (jeweils 1 m x 2 m) unterteilt, jedoch als monumentales Lichtband konzipiert. Dargestellt ist ein Geflecht aus Wellen und menschlichen Figuren im Stil des Sozialistischen Realismus, farblich bewegt sich Richter zwischen den Grundfarben, sowie Lila, Grün und Orange.
- Baujahr
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1976 - 1980
- Nutzung
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Derzeitige Nutzung
leerstehnd, eventuelle Umnutzung in "Mehrgenerationenstreff" ab 2036
Geschichte
Da die Siedlung Törten in den Jahren 1926-30 als reines Wohngebiet errichtet wurde, entschied man sich 1976 für einen ergänzenden, sozialen „Sonderbau“. Das BKL (VEB Baukombinat Leipzig) schlug als Lösung eine standardisierte Schwimmhalle Typ A Anklam vor, dieser Vorschlag wurde umgesetzt. Für die Gestaltung der (in der DDR ideologisch fest verankerten) Kunst am Bau wählte man Reginald Richter, der zeitgleich durch seine „Gläserne Blume“ im neueröffneten Palast der Republik positiv aufgefallen war, während für die Ausführung das Kollektiv Glasgestaltung Magdeburg beauftragt wurde. 1980 folge die Eröffnung. Nachdem ab 2000 jegliche Instandhaltungsmaßnahmen gestoppt wurden, führte man 2011 eine Machbarkeitsstudie für den Bau einer neuen Schwimmhalle durch. Man kam zu dem Schluss, dass eine Komplettsanierung finanziell nachhaltig wäre. 2014 schrieb das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt einen Wettbewerb aus, jedoch wurde dieser Plan nicht weiterverfolgt - aufgrund der langfristigen Stadtplanung entschied man sich für einen Neubau anderorts. Zeitgleich mit der Eröffnung des neuen „Sportbad(es) Dessau“ 2018 wurde die „Volksschwimmhalle“ dauerhaft geschlossen. Erst 2023, nachdem einige Teile des Glasmosaiks erhebliche Schäden erlitten hatten, bedeckte man das Werk schützend mit Holzplatten und erklärte die Betonglaswand für denkmalgeschützt. So argumentierte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt: „(…) bedeutsam ist das Werk als Zeugnis für die Verwendung einer meist im sakralen Raum verwendeten künstlerischen Technik im Bereich des Profanbaus – es stellt eine der größten noch erhaltenen Arbeiten dieser Art im mitteldeutschen Raum dar. Die Schwimmhalle ist zum Abbruch vorgesehen.“ Aktuell sieht die Stadt Dessau eine Umnutzung der Fläche in einen „Mehrgenerationentreff“ im Zuge der BUGA 2036 vor, erste Ideen und Entwürfe werden als Bacheloraufgabe von Architekturstudenten vorgestellt. Ob das Mosaik im Gebäude selbst erhalten bleibt, ist unklar.
- Fläche
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Grundstücksfläche
6819 m²
Nutzfläche
1656 m²
- Anzahl Gebäude
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1