Freihaus mit Stadtmauerresten und Höhlersystem, Naturkundemuseum (Schreibersches Haus)
Ursprüngliche Nutzung
öffentliche Gebäude - Bildungseinrichtung
Industrie & Gewerbe - Verwaltung
Wohnen & Geschäft - Wohn- u. Geschäftshaus
Wohnen & Geschäft - Wohnhaus
Erfolgreiche Sanierungskonzepte
keine Informationen zu Sanierungskonzepten vorhanden
Informationen
- Gebäudezustand
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saniert
- Baulicher Zustand/Bauschäden
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Das Gebäude befindet sich insgesamt in einem guten Erhaltungszustand und wird denkmalgerecht genutzt. Wesentliche aktuelle Bauschäden sind nicht bekannt. Die Portalfiguren wurden um 1760/1770 neuangefertigt und 1925 durch den Bildhauer Otto Oettel ergänzt. Im Jahr 2019 wurde das historische Eingangsportal restauriert. Die Arbeiten umfassten konservatorische und restauratorische Maßnahmen am Sandstein sowie an den metallischen Bauteilen und wurden von der Firma Nüthen Restaurierungen GmbH & Co. KG unter restauratorischer Begleitung von Diplom-Restaurator Sven Raecke durchgeführt.
- Kategorie
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Sanierungskonzept
- Objekt-Nr.
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728
- Ort
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Nicolaiberg 3, 07545 Gera
- Beschreibung
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Das Schreibersche Haus am Nicolaiberg 3 befindet sich am östlichen Rand der Geraer Altstadt gegenüber von St. Salvator. Seine Lage in einem historisch durch Wohnnutzung, Handel und öffentliche Funktionen geprägten Bereich unterstreicht seine städtebauliche Bedeutung. Das Gebäude erhebt sich auf den Grundmauern eines mittelalterlichen Burgguts und Freihauses und zeigt sich heute als freistehender, dreigeschossiger Putzbau mit einem schiefergedecktem Krüppelwalmdach. Als eines der frühesten erhaltenen bürgerlichen Bauzeugnisse der Stadt nimmt es innerhalb der historischen Altstadt eine bedeutende Stellung ein. Das repräsentative frühbarocke Portal aus Kraftsdorfer Sandstein zeigt den Gott Merkur mit Flügelschuhen und Helm als Symbol des Handels sowie die Göttin Strenia mit Bienenkorb als Sinnbild des Fleißes. Im Inneren sind hochbarocke Stuckdecken erhalten, die den gehobenen Wohn- und Reprä-sentationsanspruch des Gebäudes widerspiegeln. Von besonderer baugeschichtlicher Bedeutung ist die Einbeziehung älterer mittelalterlicher Bausubstanz in den Wiederaufbau, wodurch sich mehrere Bauphasen bis heute nachvollziehen lassen. Zum Denkmal gehört auch der Zugang zu den unterirdischen Höhlern aus dem 16. Bis 19. Jahrhundert. Die gewölbten Kelleranlagen sind Teil der für Gera charakteristischen Höhlerlandschaft und veranschaulichen die frühere Nutzung des Gebäudes als Lagerstätte, insbesondere für Bier.
- Baujahr
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1686-1688
- Nutzung
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Derzeitige Nutzung
Heute beherbergt das Schreibersche Haus das Museum für Naturkunde Gera. Neben wechselnden Sonderausstellungen vermittelt die Dauerausstellung die Naturräume Ostthüringens anhand von geologischen, botanischen und zoologischen Exponaten. Im zweiten Obergeschoss befinden sich das historische Gelehrtenzimmer und der Barocksaal, der als Veranstaltungsraum genutzt wird. Das historische Gelehrtenzimmer dokumentiert die Entwicklung vom frühneuzeitlichen Naturalienkabinett zum modernen naturwissenschaftlichen Museum. Ergänzt wird das Museumsangebot durch Ausstellungen in den Höhleranlagen, darunter die Ausstellung „Das Einmaleins der Minerale – Entstehung, Gestalt und Nutzen“ sowie die Dauerausstellung „Die Minerale Ostthüringens“. Die Sammlung umfasst mehr als 340 Mineralien, darunter seltene Exemplare aus der ehemaligen Uranerzlagerstätte Ronneburg sowie internationale Fundstücke. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf fluoreszierenden Mineralen, deren Eigenschaften unter ultraviolettem Licht veranschaulicht werden.
Geschichte
Das Schreibersche Haus zählt zu den ältesten erhaltenen Bürgerhäusern der Stadt Gera und stellt zugleich ein bedeutendes Zeugnis des barocken Wiederaufbaus nach dem verheerenden Stadtbrand vom März 1686 dar. Auf den Grundmauern eines mittelalterlichen Burgguts und Freihauses wurde der Hauptbau mit Stuckdecken und Portal zwischen 1686 und 1688 errichtet. 1689 gelangte das Gebäude in den Besitz des Kaufmanns Gottfried Perner . Ab 1716 befand es sich im Besitz der Kaufmannsfamilie Schreiber, auf die auch seine heutige Bezeichnung zurückgeht. Beim Stadtbrand von 1780 blieb das Schreibersche Haus, als eines der wenigen bedeutenden Gebäude Geras erhalten. Im Jahr 1847 ging es in den Besitz der Stadt Gera über und wurde bis 1855 als Stadtgericht genutzt. Anschließend diente es erneut Wohn- und Geschäftszwecken. Von 1904 bis 1946 beherbergte das Gebäude eine Mädchenschule sowie Verwaltungsräume. Nach dem Umbau zum Muse-um in den Jahren 1947 bis 1950 wird das Haus bis heute museal genutzt. Das Schreibersche Haus besitzt aufgrund der Einbeziehung mittelalterlicher Bauteile, seiner Bedeutung für den Wiederaufbau Geras nach dem Stadtbrand von 1686 sowie seiner teils erhaltenen barocken Bausubstanz, einen hohen bau-, stadt- und kulturgeschichtlichen Denkmalwert.