Völkerschlacht bei Leipzig; Apelstein Nr. 43; Friccius-Denkmal
Ursprüngliche Nutzung
öffentliche Gebäude - Sonstige
Erfolgreiche Sanierungskonzepte
Trotz der hohen Anzahl von etwa 50 Apelsteinen in Leipzig und Umgebung, ist der Apelstein 43 über die Jahre gepflegt worden und weißt heute einen guten Zustand auf.
Informationen
- Gebäudezustand
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guter Zustand
- Baulicher Zustand/Bauschäden
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Das Denkmal befindet sich insgesamt in einem guten Erhaltungszustand. Die steinerne Oberfläche weist altersbedingte leichte Verwitterungs- und Verschmutzungsspuren auf. Insbesondere die Inschriften sind durch Verwitterung und Bewuchs teilweise nur noch eingeschränkt lesbar. Größere Schäden wie Risse oder Fehlstellen sind nicht erkennbar.
- Kategorie
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Sanierungskonzept
- Objekt-Nr.
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733
- Ort
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04318 Leipzig
- Beschreibung
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Das Denkmal befindet sich im Stadtteil Sellerhausen, im Osten Leipzigs im Volkshain Stünz. Der Park wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Bebauungsplan von Sellerhausen geplant und angelegt. Heute wird er auch als Stünzer Park bezeichnet. Er ist am westlichen Ufer auf einer Grünfläche zwischen dem Fußgängerweg und Parkteich platziert. Bei dem etwa 1,50 Meter großen Denkmal, aus vermutlich Granit, handelt es sich um einen Obelisken, der auf einem dreiteiligen, abgestuften Unterbau platziert ist. Dieser besteht aus einer breiten, quadratischen Plinthe, einer darüber zurückgesetzten Sockelstufe sowie einem hohen Postament, auf dem der Obelisk unmittelbar aufsetzt. Die Elemente besitzen einen quadratischen Grundriss und sind ohne profilierte Gliederungen schlicht ausgeführt. Die ganze Konstruktion steht auf einer quadratischen, mit Naturstein-Kleinpflaster befestigten Fläche. Auf der nach Westen ausgerichtete Vorderseite des Obelisken ist ein Eisernes Kreuz abgebildet. Darunter lässt sich folgende Inschrift erkennen: Mit Gott für König und Vaterland Major Carl Friccius 3. Königsberger Bataillon des 3. Ostpreußischen Landwehr-Inf.-Regiments Die Rückseite des Obelisken, die nach Osten ausgerichtet ist, trägt die Inschrift: Letzte Rast in der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober 1813 Vor dem Sturm auf Leipzig. Die beiden Schmalseiten sind schlicht, ohne jegliche Inschrift gestaltet.
- Baujahr
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1864 (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)
- Nutzung
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Geschichte
Die Errichtung der insgesamt 44 Apelsteine gehen auf den Leipziger Rechtsgelehrten und Schriftsteller Theodor Apel zurück. Dieser ließ die Denkmäler ab 1861 aus eigenen finanziellen Mitteln, zur Erinnerung an die Völkerschlacht von 1813 errichten. Er selbst schrieb: „[auf dass] auch unsere späten Enkel die Marksteine als die letzten besuchen mögen, die auf den schlachtberühmten Feldern Leipzigs die Kunde geben vom Kampf und Krieg, dass heißt vom entsetzlichsten Unheil, zu welchem die Menschheit die ihnen von Gott gegebenen Kräfte mißbraucht“ Nach Apels Tod wurden sechs weitere Steine aufgestellt. Diese wurden durch die, der Stadt vermachten testamentarischen Gelderns Apels, finanziert. Die Apelsteine wurden überwiegend an den Standorten errichtet, an denen sich die jeweiligen militärischen Einheiten während der Völkerschlacht befanden. Die Steine mit einem abgerundeten Kopf sind mit dem Buchstaben „N“ und einer ungeraden Zahl markiert. Sie verkörpern die Truppen Napoleons. Die spitz zulaufenden Obelisken mit dem Buchstaben „V“ stehen für die verbündeten Streitkräfte. Die Vorderseite eines jeden Steines ist dem jeweiligen damaligen Gegner zugewandt. Die Inschriften nennen den Namen der Einheit, den Tag des Gefechts, die beteiligten Truppen, ihre Stärke sowie die Namen der Kommandeure. Die Pfeile auf den Schmalseiten veranschaulichen den Frontverlauf. Der Apelstein 43 wurde 1864 gesetzt. Die Einheit unter Major Friccius gehörte zu der III. preußischen Korps Bülow der Nordarmee. Das Regiment war die einzige Einheit der Preußischen Landwehr, einer aus Bürgern und Bauern gebildeten Miliz zur Unterstützung der regulären Armee in den Befreiungskriegen, die am Sturm auf Leipzig teilnahm. Der Apelstein Nr. 43 erinnert an diese Einheit, die in der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober 1813 zwischen Sellerhausen, Stünz und Paunsdorf lagerte, bevor sie am 19. Oktober als erste Truppe der Verbündeten durch das Grimmatische Tor nach Leipzig eindrang. Das Grammatische Tor befand sich im Bereich des heutigen Täubchenwegs, in der Nähe des Grassimuseums. Dort steht heute auch das Friccius-Denkmal, das an diese Ereignisse erinnert. Die Apelsteine besitzen eine wichtige kulturhistorische Bedeutung, da sie als Erinnerungszeugnis an die vom 16. bis zum 19. Oktober 1813 andauernde Völkerschlacht bei Leipzig dienen. Dabei verweisen sie nicht nur auf den Ablauf der Schachten sondern dokumentieren die Stadtgeschichtliche Entwicklung von Leipzig. Zudem dokumentieren sie die Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts und erinnern an die Völkerschlacht als einen entscheidenden Wendepunkt der Napoleonischen Kriege, der den Zusammenbruch der napoleonischen Vorherrschaft in Europa einleitete.