Sachgesamtheit Alter Gottesacker Friedhof Dösen
Ursprüngliche Nutzung
Sakralgebäude - Friedhof
Informationen
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Kontakt aufnehmen- Gebäudezustand
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mittlere Schäden
- Baulicher Zustand/Bauschäden
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Die Anlage befindet sich in einem insgesamt schlechten Erhaltungszustand. Das zentrale Erbbegräbnis weist erhebliche Verwitterungschäden auf, die langfristig die Standsicherheit gefährden könnten. Zahlreiche historische Grabsteine sind verwittert, umgestürzt oder abgesackt. Auch die Umzäunung des Friedhofes existiert kaum noch und bis auf die einzelnen gemauerten Säulen, existiert auch das Eingangstor nicht mehr. Starker Gehölzaufwuchs und Wurzelwerk beeinträchtigen die Grabmale zusätzlich und erschweren ihre Erhaltung sowie die Lesbarkeit der historischen Anlage.
- Kategorie
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bedrohtes Denkmal
- Objekt-Nr.
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725
- Ort
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Leinestraße, 04279 Leipzig auf Karte anzeigen
- Beschreibung
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Der Alte Friedhof Dösen liegt am östlichen Rand des ehemaligen Dorfes Dösen im Leipziger Süden (Ortsteil Dölitz-Dösen), unmittelbar an der von Wachau kommenden Straße, zwischen Dösener Weg und Leinestraße. Die annähernd rechteckige, rund 2.000 bis 3.000 m² große Fläche liegt leicht erhöht gegenüber der Straße und wird ringsum von hohem, dichtem Baumbestand gefasst, der die Anlage von der umgebenden Fläche abschirmt und ihr einen parkartigen, abgeschlossenen Charakter verleiht. Das Gelände ist uneben und leicht kupiert. Die ursprüngliche Wegeführung ist streckenweise nur noch als schmaler Trampelpfad zu erkennen und an anderen Stellen bereits vom Bewuchs überformt. Über die Fläche verstreut liegen historische Grabmale unterschiedlicher Typologie, liegende Platten, vereinzelte Kreuzformen, von denen viele verwittert, bemoost, abgesackt oder umgestürzt sind. Nur Teile der Inschriften sind noch lesbar. Bauliches Zentrum der Anlage ist ein ziegelgemauertes Erbbegräbnis mit Sandsteinelementen sowie Resten einer schmiedeeisernen Einfriedung, die ursprünglich vermutlich das gesamte Grabfeld umschloss. Der bauliche Zustand des Erbbegräbnisses ist schlecht. Die Fugen sind teilweise ausgewaschen, die Mauerkrone bröckelt, und die Risse sind von Bewuchs durchdrungen. Eine durchgehende Einfriedung der Gesamtanlage zur Straße hin ist heute nicht mehr erkennbar. Unmittelbar außerhalb der Friedhofsfläche, am Dösener Weg nahe dem Abzweig zur Leinestraße, steht als benachbartes Kleindenkmal ein sogenannter Apelstein, einer von rund 50 im Leipziger Umland verteilten Gedenksteinen zur Erinnerung an die Völkerschlacht von 1813.
- Baujahr
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1863 (Anlage) – 1977 (Schließung) (Grundlage: Denkmalliste Sachsen, Obj.-Dok.-Nr. 09296138, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen; Schließungsdatum zusätzlich durch Sekundärquellen gestützt; genaue Bauakten zum Erbbegräbnis bislang nicht eingesehen)
- Nutzung
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Derzeitige Nutzung
ungenutzt
Geschichte
Der Alte Gottesacker wurde 1863 als Begräbnisstätte des damals noch selbstständigen Dorfes Dösen angelegt, das erst 1910 nach Leipzig eingemeindet wurde. Über die genauen Bauumstände, ausführende Handwerker oder eine mögliche Bauherrschaft der Einfriedung und des Erbbegräbnisses liegen bislang keine gesicherten archivalischen Angaben vor; hierzu wäre eine Einsichtnahme in Bestände des Kirchlichen Friedhofsamts Leipzig bzw. des Stadtarchivs Leipzig notwendig. 1977 wurde der Friedhof offiziell geschlossen; seither finden dort keine Bestattungen mehr statt. Die Anlage blieb baulich weitgehend unverändert und wurde nicht mehr systematisch gepflegt, sodass Vegetation und Witterung seit den 1980er Jahren zunehmend Substanz beanspruchen. Ein struktureller Vergleichsfall ist der benachbarte, 1877 angelegte Alte Friedhof Dölitz, dessen bauliche Reste (u. a. eine neugotische Leichenhalle) in den 1990er Jahren nach gescheiterten ehrenamtlichen Pflegeversuchen vollständig abgeräumt wurden. Ein Schicksal, dem der vorliegende Eintrag für Dösen vorbeugen möchte. Der Friedhof ist als eines der wenigen erhaltenen baulichen Zeugnisse der eigenständigen dörflichen Phase Dösens vor der Eingemeindung von hohem orts- und sozialgeschichtlichem Wert. Er dokumentiert Bestattungskultur, Familien- und Sozialstruktur eines Leipziger Vorortes im 19. und frühen 20. Jahrhundert und steht zugleich, durch den benachbarten Apelstein, in Bezug zur regionalen Erinnerungslandschaft der Völkerschlacht von 1813. Als stillgelegter, ungenutzter Kleinfriedhof ohne wirtschaftlichen Ertrag, ist er in der öffentlichen und denkmalpflegerischen Wahrnehmung bislang jedoch kaum präsent.
- Fläche
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Grundstücksfläche
1500 m²
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Ort
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