Pinguin-Café
Herausforderungen
Ort
Ursprüngliche Nutzung
öffentliche Gebäude - Sonstige
Informationen
Sie brauchen mehr Informationen oder Informationen sind nicht korrekt?
Kontakt aufnehmen- Gebäudezustand
-
Standsicherheit nicht gegeben
- Kategorie
-
bedrohtes Denkmal
- Objekt-Nr.
-
243
- Ort
-
Tiergartenstraße 1, 01219 Dresden auf Karte anzeigen
- Beschreibung
-
Dieses Pavillongebäude mit seiner auffälligen Dachform ist ein architektonisches Kleinod. Zudem hat es eine bewegte Geschichte, denn der Bau wurde 1969 zunächst in Berlin an der Karl-Marx-Allee als „Boulevard-Café“ anlässlich des 20. Jahrestages der DDR und der Ausstellung „Kämpfer und Sieger“ errichtet. Wenige Jahre später wurde es (auf noch unbekannte Weise) in den Dresdner Zoo befördert, wo es 1973 neben dem Pinguin-Geheege als „Pinguin-Café“ eröffnete. Das Gebäude bekam Ende 2015 den Denkmalschutzstatus, der jedoch ca. zwei Monate später wieder aberkannt wurde. Nun soll das Gebäude durch einen Neubau ersetzt werden. Im Jahr 2017 wurde das Pavillongebäude abgetragen und im Lapidarium eingelagert. Laut der Machbarkeitsstudie von 2023 zur Bundesgartenschau 2033 soll das Pinguin-Cafe im Kernareal Südpark einen neuen dauerhaften Standort erhalten. Zur Machbarkeitsstudie: https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/gruenes-dresden/buga/machbarkeitsstudie.php?fbclid=IwY2xjawRW2hJleHRuA2FlbQIxMABicmlkETFMWHU3Wm45VWN2VFlmTGIwc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHiRmql-xfNiCThc53eokrDjTgnV_-rVL2EON0t41TBQ9VH-rf_dWyU17dQwl_aem_P1kc-MEmVNTRvl1w2blktQ Weitere Informationen: https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/gruenes-dresden/gruenanlagen-parks/suedpark/projekte/pinguincafe.php
- Baujahr
-
1969
- Nutzung
-
Derzeitige Nutzung
Bis Ende 2015 Café- und Imbissbetrieb, danach geschlossen; aktuell im Lapidarium eingelagert
Geschichte
Die Baugeschichte des heutigen Dresdner „Pinguin-Cafés“ beginnt im Jahr 1969 im Kontext der Berliner Repräsentationsarchitektur. Ursprünglich als „Boulevard-Café“ für die internationale Jubiläumsausstellung „Kämpfer und Sieger“ an der Karl-Marx-Allee konzipiert, fungierte der Pavillon als architektonisches Exponat des staatlichen Selbstverständnisses der DDR. Der Entwurf des Architekten Erich Lippmann zeichnete sich durch eine leichte, pavillonartige Typologie mit einer markanten, wellenförmigen Dachkonstruktion aus. Sowohl die futuristische Formensprache als auch die Innenausstattung – unter Verwendung modernster Gastronomietechnik aus den RGW-Staaten sowie spezifischem Mobiliar aus weißlackiertem Stahlrohr und Schaumleder – sollten den Anschluss an internationale Designstandards der Nachkriegsmoderne demonstrieren. Nach Abschluss der Feierlichkeiten in Berlin wurde das Gebäude 1973 in den Zoo Dresden transloziert, wo es in funktionaler Nähe zur Pinguinanlage unter seinem heutigen Namen neu eröffnet wurde. Trotz seiner architekturhistorischen Relevanz als eines der letzten authentischen Beispiele dieser epochenspezifischen Pavillonarchitektur – vergleichbar mit dem „Mokka-Sternchen“ in Cottbus – ist der Bestand des Gebäudes aktuell durch geplante Erweiterungen der Zoogastronomie gefährdet. Seit Bekanntwerden der Abrisspläne im Oktober 2015 engagiert sich das Netzwerk „ostmodern.org“ für den Erhalt des Objekts, wobei neben der Integration in das bestehende Areal auch eine erneute Translozierung durch private Investoren als Option gilt. Ein besonderer Aspekt der denkmalpflegerischen Debatte betrifft den widersprüchlichen Schutzstatus des Baus: Während das Dresdner Stadtkonservatorium und ein Fachreferat des Landesamtes für Denkmalpflege den Pavillon Ende 2015 kurzzeitig unter Schutz stellten, wurde diese Entscheidung auf übergeordneter Ebene revidiert. Dies ist insbesondere deshalb bemerkenswert, da das Gebäude mit dem 20 Meter breiten Wandfries des Diplomgrafikers Gerhard Papstein auch ein bedeutendes Zeugnis der baugebundenen Kunst integrierte. Der Verbleib dieses Originalwerks, das Pinguine in einer antarktischen Landschaft darstellte, ist derzeit ungeklärt; es wird jedoch vermutet, dass das Werk unter späteren Übermalungen konserviert sein könnte. Angesichts des Seltenheitswertes dieser „beschwingten Moderne“ stellt das Pinguin-Café heute ein überregional bedeutendes Kulturdenkmal dar. Ausführliche Informationen: https://www.facebook.com/pinguincafe73
- Fläche
-
Nutzfläche
225 m²
Sie haben mehr Infos oder die Daten sind nicht korrekt? Daten bearbeiten
Alle Bilder
-
-
-
photo_camera Eigenes Bild hinzufügen
Ort
Ähnliche Objekte
-
Helfen Sie mit und tragen Sie ein
Denkmal eintragen
Denkmal ein.